Wir können uns dieses Szenario heute kaum noch vorstellen. Und doch kann es jederzeit passieren.
Selbst arbeite auch ich fast ausschließlich digital. Ich erstelle, überarbeite und betreue Websites für Selbstständige und kleinere Unternehmen. Meine Unterstützung gilt Menschen, die ihre Angebote im Internet verständlicher präsentieren wollen, damit sie sichtbar werden und somit neue Kunden erreichen.
Von der ersten Kontaktaufnahme über die persönliche Begleitung bis zur fertigen Website findet heute vieles online statt.
Ein Beispiel: Beratungsgespräch eintragen oder das PDF zur Vorbereitung herunterladen:
Und plötzlich fällt der Strom aus
Kein Internet. Keine Website-Bearbeitung. Keine E-Mails. Keine Videogespräche. Selbst die digitale Sichtbarkeit meines eigenen Angebots nutzt in diesem Moment keinem mehr.
Wie haben wir das eigentlich früher gemacht – ohne Internet?
Werbung und Kommunikation gab es schon immer.
Menschen haben ihre Angebote bekannt gemacht. Mit Bildern, geschriebenen Worten, persönlichen Gesprächen, gedruckten Anzeigen, Plakaten, Schaufenstern oder über das Radio. Das Bild, das Wort und der Ton – sie waren schon immer wichtige Grundlagen unserer Kommunikation.
Und daran hat sich bis heute im Grunde nichts geändert. Nur die Werkzeuge und Möglichkeiten haben sich weiterentwickelt.
Aus handgeschriebenen Texten wurden digitale Inhalte. Aus gedruckten Anzeigen wurden Websites. Aus persönlichen Empfehlungen wurden zusätzlich Online-Bewertungen und digitale Netzwerke.
Und heute unterstützt uns sogar künstliche Intelligenz (KI) beim Schreiben, Gestalten, Analysieren und Entwickeln neuer Ideen.
Doch woher kommen all diese Fähigkeiten?
Sie beruhen auf menschlichem Wissen, Erfahrungen, Kreativität und Erkenntnissen, die über viele Generationen entstanden sind.
Auch KI-Systeme lernen aus menschlich geschaffenen Inhalten und Daten. Sie können uns bei vielen Aufgaben unterstützen, aber sie ersetzen nicht automatisch unsere eigenen Erfahrungen, unser Urteilsvermögen und unsere Verantwortung.
Vielleicht sollten wir einfach mal den Strom abschalten. Ja, das klingt im ersten Moment vielleicht etwas verrückt.
Aber wann hast du zuletzt einen Gedanken mit der Hand aufgeschrieben?
Ein Fachbuch aus dem Regal genommen?
Eine Idee ganz ohne Computer, Suchmaschine oder KI entwickelt?
Ich finde, wir sollten diese Fähigkeiten nicht verlernen. Nicht weil früher alles besser war. Sondern weil unser Wissen und unsere Erfahrungen auch dann wertvoll bleiben, wenn die Technik einmal nicht funktioniert.
Papier und Bleistift, Bücher und Bibliotheken, Smartphone und Telefone, Computer und KI – alles hat seine Berechtigung.
Fortschritt bedeutet für mich nicht, das Bewährte hinter uns zu lassen, sondern es mit neuen Möglichkeiten zu verbinden.
Vielleicht ist ein freiwilliger Tag ohne digitale Hilfsmittel sogar eine interessante Erfahrung. Nicht als Verzicht, sondern als Gelegenheit, die eigenen Fähigkeiten wieder bewusster einzusetzen. Denn wer die Grundlagen versteht und beherrscht, kann auch neue Technologien gezielter und selbst bestimmter nutzen.
Durch die türkise Brille geschaut
Für mich gilt das auch bei der Erstellung von Websites. Eine KI kann heute in kurzer Zeit Texte schreiben, Bilder erzeugen und komplette Website-Entwürfe erstellen. Dabei beobachte ich in meinem Arbeitsalltag etwas, das mich zunehmend nachdenklich macht.
Viele mit KI erstellte Websites erkenne ich inzwischen auf den ersten Blick. Sie ähneln sich in ihrer Gestaltung, im Aufbau und in der Struktur. Manchmal sind sogar die Texte und Formulierungen nahezu identisch.
Ich ertappe mich selbst dabei, dass ich die Inhalte kaum noch bewusst wahrnehme, weil mir die Gestaltung bereits so vertraut vorkommt.
Was mir fehlt, sind die individuellen Ideen, die persönliche Note und die optische Vielfalt. Das Besondere, das ein Unternehmen von anderen unterscheidet. Aber zu verstehen, was ein Unternehmen wirklich ausmacht, welche Menschen es erreichen möchte und wie daraus ein verständlicher, vertrauenswürdiger Webauftritt entsteht, braucht mehr als nur einen guten Prompt.
Es braucht Erfahrung, Struktur und menschliches Einfühlungsvermögen in der Kommunikation. Vor allem aber das Gespür dafür, was wirklich gebraucht wird, und den Blick für das Wesentliche.
Die Technik kann uns unterstützen. Die Richtung sollten wir selbst bestimmen.
Nach meiner Erfahrung wird die Arbeit durch neue Technologien nicht unbedingt weniger. Sie verändert sich und verlagert sich auf andere Aufgaben. Das erleben wir gerade besonders deutlich beim Einsatz künstlicher Intelligenz. In kürzester Zeit entstehen Texte, Bilder, Konzepte und ganze Websites.
Doch wer prüft, ob die Ergebnisse richtig, sinnvoll und passend sind? Wer bringt eigene Erfahrungen, neue Gedanken und kreative Ideen ein?
Unsere Aufgabe verändert sich: Wir müssen Ergebnisse kritisch prüfen, Zusammenhänge verstehen, eigene Ideen entwickeln und Entscheidungen treffen. Dazu gehört auch, selbst immer wieder dazuzulernen, Bestehendes zu hinterfragen und offen für neue Wege zu bleiben.
Denn wirklicher Fortschritt entsteht für mich nicht allein dadurch, dass wir mit KI mehr produzieren. Sondern dadurch, dass wir unser Wissen erweitern, unsere Fähigkeiten weiterentwickeln und gemeinsam mit der Technik bessere Lösungen schaffen.
Und damit bin ich wieder bei meiner Ausgangsfrage: Was passiert, wenn plötzlich der Strom ausfällt?
Dann schweigt auch die KI. Keine automatisch erstellten Texte, keine neuen Bilder und keine digitalen Entwürfe.
Was uns bleibt, sind unsere Erfahrungen, unser Wissen, unsere Kreativität und die Fähigkeiten, die wir uns über viele Jahre angeeignet und über Generationen weitergegeben haben.
Genau deshalb finde ich es wichtig, diese Fähigkeiten nicht zu verlernen, sondern weiterzuentwickeln.
Technik macht vieles möglich. Aber unser eigenes Denken macht den Unterschied.
Und jetzt meine Frage an dich: Was würdest du tun, wenn morgen für einige Stunden der Strom ausfällt? Hast du einen Plan B – auch für dein Business?
👉 Hier geht’s zum Kontakt der Website.